Shoah-Mahnmal (Memorial de la Shoah) in Paris

Sehenswürdigkeiten

1943 begannen im besetzten Frankreich die Arbeiten zur Errichtung des Shoah-Mahnmals (Mémorial de la Shoah) zum Gedenken an die Opfer des Holocaust. Emigranten aus Russland, Isaac Schneerson und Lev Polyakov, gründeten eine Organisation, die Beweise für Nazi-Verbrechen gegen Juden sammelte. Ursprünglich in Grenoble angesiedelt, zog das Centre for Contemporary Jewish Documentation (CDJC) 1956 nach Paris, wo es seine Aktivitäten erfolgreich fortsetzte.

Krypta der unschuldigen Opfer

Der erste Teil des grandiosen Denkmals mit einer Fläche von 5 Tausend m2 wurde die Krypta eines unbekannten jüdischen Märtyrers, die sich jetzt vor dem Hauptgebäude des Komplexes befindet. Es wurde 1957 im historischen Marais in Anwesenheit von Delegationen aus 50 Ländern eröffnet. In der Mitte der unterirdischen Halle befindet sich ein riesiger sechszackiger Davidstern aus schwarzem Marmor, der 6 Millionen Juden symbolisiert, die während des Holocaust getötet wurden.

An diesem Ort werden Erde und Asche aus zahlreichen Vernichtungslagern und dem Warschauer Ghetto in Urnen aufbewahrt. In der Nähe einer der Wände befindet sich in sechs Kabinetten ein mehrbändiges Gedenkbuch, auf dessen Seiten Zeugnisse der Verbrechen des Nationalsozialismus an jüdischen Gemeinden in Europa verzeichnet sind.

Neuerungen im Neubau

Die Fertigstellung des großzügigen Gebäudes für die Shoah-Gedenkstätte im Januar 2005 ermöglichte den Erbauern die Einrichtung einer Dauerausstellung. Seine Säle zeigen Hunderte von Objekten, Fotografien und historischen Dokumenten zu den tragischen Ereignissen des Holocaust.

Entlang der linken Wand der zentralen Halle lernen die Besucher der Gedenkstätte die dramatische Geschichte einzelner jüdischer Familien kennen, und wenn sie die rechte Hälfte der Halle entlanggehen, können sie das Ausmaß der Verbrechen in ganz Europa einschätzen.

Die Exposition des Museums besteht aus 12 Abschnitten, deren Exponate über das friedliche Vorkriegsleben der Juden in Frankreich, die Entstehung des Nationalsozialismus, Deportationen und Pläne für Massaker in Konzentrationslagern berichten.

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Besonders ausführlich wird die Geschichte des Lagers Auschwitz/Berkenau behandelt. Im Museumsraum wird auch einer Geschichte über das Überleben in einem besetzten Land, die Entstehung und Entwicklung des Widerstands, verschiedene Formen der Judenverfolgung, die lang erwartete Befreiung Frankreichs und die Fortsetzung der Erinnerung an die Opfer eingeräumt der Holocaust.

Die Säle des Museums sind mit interaktiven Geräten ausgestattet, die den Zugang zu Bild- und Archivmaterial ermöglichen, und im Auditorium werden den Besuchern Wochenschauen und Dokumentationen gezeigt.

In den oberen Stockwerken des Shoah Memorial befindet sich das Contemporary Jewish Documentation Center (CDJC). Mehr als 40 Millionen Archivdokumente wurden in ihren Beständen gesammelt, und etwa 80 Bücher und Zeitschriften werden in der wissenschaftlichen Bibliothek aufbewahrt. Neben der historischen Forschung besteht ihre Hauptaufgabe darin, Bildungsaktivitäten auf der Grundlage von Materialien über die tragischen Seiten der Geschichte zu organisieren.

Wand der Trauer

Am Eingang des Denkmals befindet sich die Mauer der Namen (Le Mur des Noms), die aus grauen Steinblöcken gebaut wurde, die aus Israel geliefert wurden. Auf seiner Oberfläche sind Hunderte von Tafeln angebracht, auf denen die Namen von 76 französischen Juden und Bürgern anderer Staaten aufgeführt sind, die aus dem Land in Konzentrationslager in Deutschland und den besetzten Gebieten deportiert wurden.

Gedenkinschriften an der Wand sind in alphabetischer und chronologischer Reihenfolge von 1942 bis 1944 eingraviert. Wenn neue Informationen über die Opfer des Nazismus entdeckt werden, nimmt der französische CDJC-Archivdienst ständig Änderungen und Ergänzungen an der Liste der auf tragische Weise getöteten Zivilisten vor, sodass sie immer noch nicht als endgültig gilt.

Gasse der Widerstandshelden

Die Allee und die Mauer der Gerechten (Mur des Justes) wurden zur logischen Fortsetzung dieses Teils der Gedenkstätte. Die Eröffnung fand am 14. Juni 2006 statt, gleichzeitig mit der Eröffnung der Ausstellung, die dem Einsatz ihres Lebens für die Rettung der Juden gewidmet war.

Das Design der Wand und ihre Dekoration wurden von den Architekten Antoine Jovet, Simon Vino, Anna Cesar und dem Designer Bernard Bisaithe entworfen. Bis heute wurde die Erinnerung an 3 tapfere Menschen verewigt, die den Juden halfen, Frankreich aus der NS-Gefangenschaft zu verlassen.

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Im Herbst 2008 wurde Le passage amplifié Teil der Shoah-Gedenkstätte. Es wurde in Zusammenarbeit mit den belgischen und schwedischen Künstlern Miriam Beckstrom und Karsten Heller in Erinnerung an 11,4 Tausend jüdische Kinder geschaffen, die unter dem Nationalsozialismus gelitten haben. Hier installierte Lautsprecher geben ständig Kinderstimmen und Straßengeräusche vergangener Zeiten wieder.

Anreise

Adresse: 17 Rue Geoffroy l'Asnier, Paris 75004
Telefon: +33 1 42 77 44 72
Website: www.memorialdelashoah.org
U-Bahn: Pont Marie, Saint Paul,
Bus: Rue de Jouy, Pont Louis Philippe
Öffnungszeiten: 10: 00-18: 00

Quelle
INFO-MANIAK
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