Denkmal für die Statue Karls des Großen in Paris

Sehenswürdigkeiten

Ein Denkmal für Karl I. den Großen (Charlemagne-Statue), den Kaiser des Westens und König mehrerer Staaten, ist auf der Place Johannes Paul II. in der Nähe des Eingangs von Notre-Dame-de-Paris verloren gegangen. Trotz der Größe der Persönlichkeit Karls des Großen und seines Beitrags zur Entwicklung des fränkischen Staates nennen die Pariser das Denkmal ironischerweise Karl der Große und sprechen in französischer Manier den lateinischen Namen des Kaisers - Carolus Magnus.

Karl I. der Große

Der Stammvater des französischen Königshauses der Karolinger, das die Merowinger ablöste, war eine herausragende und kriegerische Persönlichkeit. Es gelang ihm nicht nur, sein Recht auf den Thron des fränkischen Staates zu verteidigen, sondern erhielt auch die Krone der Lombardei (in Norditalien), gründete das Königreich Aquitanien, die Grafschaften Toulouse und Septimania, besetzte Sachsen, Bayern und die Bretagne, kämpfte mit den Slawen und Awaren. Karl dem Großen ist es zu verdanken, dass es im 9. Jahrhundert zu einem dauerhaften Waffenstillstand auf dem Gebiet Nord- und Südeuropas kam.

Der Frankenkönig war ein wahrer Christ und stand mit dem päpstlichen Thron in bester Beziehung. Daher setzte Papst Leo III. als Dank für die Niederschlagung des Aufstands in Rom und im Gegensatz zu den byzantinischen Kaisern während der festlichen Messe im Petersdom Karl die Krone des Heiligen Römischen Reiches auf. Karl selbst war über diese Tat des Papstes empört und sagte, wenn er davon gewusst hätte, wäre er nicht in die Kirche gekommen.

Privat war der Kaiser ein liebevoller und kinderliebender Mensch: Sechs Ehefrauen und drei Amtsmätressen hinterließen ihm zahlreiche Nachkommen. Aber leider starben die Erben, auf die der Vater große Hoffnungen gesetzt hatte, vor ihm.

Geschichte des Denkmals in Paris

Die Entstehungsgeschichte des Denkmals in Paris ist kurios und tragisch zugleich. Karl der Große selbst war laut Historikern nur zweimal hier und zog Aachen mit der Kaiserpfalz oder Soldatenbiwaks bei Feldzügen vor. Das Denkmal für Karl den Großen wurde von Napoleon III. entworfen, um das Reich zu verherrlichen, und der Bildhauer Louis Rochet hat es zum Leben erweckt.

Es ist interessant zu lesen:  Jardin de la Gare-de-Charonne in Paris

Nach Arbeiten an den Statuen von Wilhelm dem Eroberer in Falaise und Peter I. in Rio de Janeiro begann der Bildhauer 1853 mit der Arbeit am Bild eines der bedeutendsten Persönlichkeiten der französischen Geschichte und seine Wahl fiel auf Kaiser Karl den Großen. Bereits 1867 wurde eine Gipsfassung des Statuts auf der Weltausstellung präsentiert, für die Weltausstellung 1878 wurde es in Bronze gegossen.

Doch nach der Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg von 1870-1871 interessierte sich in Paris niemand mehr für die zwar großartige, aber aus politischen Gründen bereits belanglose Statue. Und der Tod des Bildhauers Louis Rocher hätte fast dazu geführt, dass die Statue einfach in irgendeiner Lagerhalle versteckt oder auf eine Mülldeponie geworfen würde. Aber sein Bruder, ebenfalls Bildhauer, Charles Rocher, übernahm die Kosten für die Installation des Denkmals. Die Präfektur von Paris brauchte lange, um einen Platz für das Denkmal auszuwählen, gab jedoch kein Geld für einen Sockel und keine Zahlung für Installationsarbeiten. Der Bildhauer musste auf eigene Kosten einen Sockel kaufen und das Denkmal 1895 montieren. Deshalb fiel der Sockel so bescheiden aus.

Und 1973 wäre das Denkmal fast nach Metz umgezogen, weil die Pariser Behörden eine Triumphsäule in den Kellern fanden und beschlossen, sie anstelle des Denkmals für Karl den Großen zu installieren. Aber der Stadtrat von Metz gab kein Geld für den Umzug, und Karl I. blieb an Ort und Stelle.

Bronze Karl I. der Große

Das in Bronze verkörperte Bild Karls ist eher folkloristisch als historisch korrekt. Traditionell wird Karl der Große als ehrwürdiger alter Mann mit langem Bart dargestellt, der seiner Langlebigkeit Tribut zollt (70 Jahre im Mittelalter zu leben ist kein Witz), was Louis Rocher tat. Aber Karl selbst trug nie einen Bart, nur einen Schnurrbart, und er schnitt sich die Haare kurz. Details von Kleidung und Pferdegeschirr werden korrekt wiedergegeben. Aber das auf dem Denkmal abgebildete Zepter ist 500 Jahre jünger als der Kaiser.

Es ist interessant zu lesen:  Menschikow-Palast in St. Petersburg

Außerdem fallen die Fußfiguren von Karls treuen Gefährten - den Rittern Roland und Ogier, zeitlich nicht zusammen - die Kaiserkrone auf der Karlsstatue ist auf 800 datiert und Roland starb 778 in der Schlacht von Ronselvan, wie das Epos "Lied von Roland" sagt. Karl hatte bei seiner Krönung andere Ansichten als Ogier.

Heute versammeln sich junge Leute am Denkmal, spielen Gitarre, singen Lieder. Hier versammelten sich übrigens die untröstlichen Fans von Michael Jackson, als sie von seinem Tod erfuhren.

Auch das Denkmal Karls des Großen in Paris erinnert daran, welche außergewöhnlichen Persönlichkeiten im alten Frankenland geboren wurden.

Anreise

Adresse: 6 Parvis Notre-Dame - Pl. Jean-Paul II., Paris 75004
U-Bahn: City

Quelle
INFO-MANIAK
Kommentar hinzufügen