Herrenhaus des liberalen Bruant in Paris

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Paris… Hier bekommt man auf Schritt und Tritt ein Date mit der Vergangenheit. Vor allem in der Mitte. Vor allem am rechten Ufer der Seine, das noch unter Karl von Valois besiedelt war. In den Fenstern alter Häuser kann man bei genauem Hinsehen natürlich Silhouetten in Perücken und Leibchen erkennen. Unter diesen Gebäuden befindet sich das Herrenhaus von Liberal Bruand (Hôtel Liberal Bruand).

Über das Museum

Der König der Architekten und der Architekt von König Ludwig XIV., so wurde Monsieur Liberal Bruant genannt. Einst der Chefarchitekt des berühmtesten französischen Monarchen, baute er sein Familienhaus nach einem Skandal, der ihn seine Karriere kostete.

1671 wurde Liberal Bruant plötzlich für alle aus dem Bau einer Kapelle in Les Invalides entfernt. Darüber wurde in Paris viel geredet: Die einen glaubten, dem Sonnenkönig gefalle das Projekt, das der Chefarchitekt zugrunde legte, nicht, die anderen deuteten an, Bruant stehle. Der Spott verebbte jedoch, denn bald begann der pensionierte Architekt wieder mit dem Bau. Diesmal in meiner eigenen Wohnung.

In einer seit langem von der Aristokratie bevorzugten Gegend in der Rue de la Perle kaufte der ehemalige Stadtplaner ein großes Grundstück, auf dem 1685 sein berühmtes Herrenhaus entstand.

Die neue Idee des Liberalen Bruant erregte respektvolle Ehrfurcht und … schmerzhaften Neid unter den Parisern. Es ist schwer, das streng gotische Gebäude nicht zu bewundern, feierlich majestätisch und uneinnehmbar, wie eine Festung. Die der Straße zugewandte Fassade wurde von Bruant mit Bögen geschmückt und mit einem originalen dreieckigen Giebel mit einem sonnenrunden Fenster in der Mitte gekrönt. Diese "Koryphäe" wird von pummeligen Putten gehalten und von Füllhörnern eingefasst.

Und zwischen den Fenstern entlang der Wände, in ungewöhnlichen runden Nischen, platzierte der Architekt Büsten der Kaiser von Rom, die er so sehr bewunderte. In der Architektur des gesamten Komplexes war eine besondere „Handschrift“ von Liberal Bruant zu lesen: Das Herrenhaus faszinierte mit der Einfachheit und Klarheit klassischer, monumentaler Linien, bezauberte aber gleichzeitig mit seiner barocken Dekoration.

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Haus, Nebengebäude und ein breiter, gepflasterter Hof waren von einer blanken Mauer umgeben, die dem Anwesen eine Ähnlichkeit mit einem Klosterhof verlieh. Im Inneren wurde die Wohnung jedoch nicht nur für ein komfortables Privatleben, sondern auch für verschwenderische gesellschaftliche Empfänge geschickt angepasst. Alles deutete darauf hin, dass der Besitzer des Herrenhauses ein Mann mit unbestrittenem Geschmack ist ... und riesigen Geldern. Es stellt sich heraus, dass dem Architekten sein Posten entzogen wurde, nicht weil dem König die Kapelle nicht gefiel, sondern weil er gestohlen hatte, vermuteten die Pariser. Leider schien dies zu stimmen – schließlich baute Bruant andere Häuser in der Nähe, die aber bereits zu vermieten waren.

Hinter mächtigen Mauern, zwischen Bögen ähnlich einem römischen Aquädukt, Engeln, Stucksträußen und Cäsaren lebte der ehemalige Hofarchitekt im Kreise seiner Familie 12 Jahre lang. Als Bruant starb, musste die Witwe ein riesiges Haus mit einem Gehöft an wohlhabende Mieter vermieten. Hier lebte zum Beispiel der berühmte Mathematiker Akademiker Lopital einige Zeit. Noch einige Male betraten neue Besitzer den Hauspalast, bis eine weitere Revolution ausbrach und die neue Regierung die pompösen Hallen Handwerksbetrieben übergab.

Viele Jahre verfiel das Gebäude und verfiel beinahe in eine Ruine. Erst Mitte des letzten Jahrhunderts wurde das heruntergekommene Herrenhaus restauriert und zu einem Schlossmuseum umgestaltet: Bis vor kurzem konnte man alte Bronzeriegel, ausgefallene Türklopfer sowie Schlüssel sehen, die von Ludwig 16. selbst angefertigt wurden hatte eine Schwäche für Schmiedekunst. Heute befindet sich in der Villa von Liberal Bruant ein Zentrum für zeitgenössische Kunst. Ein bisschen heller Wahnsinn in den alten, pompösen Gemäuern - es ist so französisch! ..

Anreise

Adresse: 1 Rue de la Perle, Paris 75003

Telefon: +33 1 42 77 96 74
U-Bahn: Saint-Sebastien - Froissart
Bus: Rue Vieille du Temple

Quelle
INFO-MANIAK
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